OPEN AIR IM FREIBADAREAL FRUTIGEN

Vom 7. – 9. September 2018 fand das dritte Festival für Musikliebhaber im Berner Oberland statt. 15 Acts bespielten die charmante Bühne in Mitten der Bergkulisse und rund 5000 Besucher begeisterten sich drfür. Der Kulturverein Kandertal präsentierte freitags, samstags und sonntags ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Programm für Alt und Jung. Am Sonntag wurde kein Eintritt erhoben, dafür stand der Tag unter einer grossen Mitglieder und Sammelaktion.

FREITAG

Warm und gemütlich startete das Kander-Kultur-Festival. Der Lokalmatador William White sorgte mit seiner Mischung aus Soul, Funk und Reggae für gute Laune zum Auftakt. Der Frutiger mit karibischen Wurzeln fühlte sich sichtlich wohl – fast, als würde er in seinem Wohnzimmer spielen. Alles andere als gemütlich zeigte sich der Himmel: Die Wolken türmten sich hoch auf, es blieb jedoch trocken.
Dem zweiten Künstler trauen viele eine gros­se Karriere zu, und er zeigte auch wieso: Joël Ray spielte Songs aus seiner erst im Januar 2019 erscheinenden EP. Damit kam der sympathische Frutiger beim Publikum hervorragend an.
Mit zunehmendem Eindunkeln trafen immer mehr Festivalbesucher ein. Für den ersten Gastauftritt sorgte Stereo Luchs zusammen mit der Basler Band the Scrucialists. Wer etwas müde von einer strengen Arbeitswoche eingetroffen war, wurde spätestens jetzt wieder wach. Der Zürcher heizte dem Publikum ein erstes Mal richtig ein. Seine Musik lässt sich nur schwer einordnen. So ist sie einmal nah am Rap und klingt dann wieder nach Reggae. Genau diese Mischung ist das Markenzeichen von Stereo Luchs, und sie schien dem Frutiger Publikum zu gefallen.

LO & LEDUC

Wen Stereo Luchs nicht abholen konnte, der wurde von den beiden Berner Überfliegern Lo & Leduc mitgerissen. Bereits vor drei Jahren standen sie als aufstrebende Newcomer auf der Bühne des Kander-Kultur-Festivals. Damals war ihr Konzert ausverkauft und auch am vergangenen Freitag spielten sie vor vollem Haus.
Beeindruckend waren die sogenannten «Free-Style»-Qualitäten von Lo. Der Künstler sammelte aus dem Publikum einige zusammenhangslose Begriffe, darunter befanden sich Wörter wie Silberrücken, Nilpferd und Photosynthese. Daraufhin rappte der Berner einen frei erfundenen Text und baute die gesammelten Begriffe mit ein, dass sie sich reimten. Die Aktion wurde vom Publikum mit tosendem Applaus gefeiert.
Während der Show dankten Lo & Leduc den Helfern rund um Reto Gros­sen und meinten, sie seien die eigentlichen Rockstars des Festivals. Kurz vor Konzert-Ende hiess es dann: «079 het si gseit». Die Menge war nun endgültig aus­ser sich. Es wurde mitgesungen, als wenn es kein Morgen mehr gäbe.

SAMSTAG

Der Morgen kam natürlich trotzdem, und mit ihm das gute Wetter. Unter Sonnenschein eröffneten Peter Finc & Nicole Johänntgen den zweiten Festival-­Tag. Besonders die jazzigen Elemente stachen immer wieder aus der groovigen Musik des Duos hervor. Kurz vor Ende spielten sie etwa eine Cover-Version des Stücks «Superstition» von Stevie Wonder.
Der zweite Act am zweiten Tag war definitiv eine der Überraschungen des Festivals. Veranstalter Reto Grossen kündete das Konzert mit einer Reise zurück in die Achziger an. Was folgte, war ziemlich genau das. Der Swiss-Music-Award-Gewinner Crimer lieferte mit seiner tiefen Stimme und sphärischen Synthesizer-Klängen eine einzigartige und ausdrucksstarke Show ab, die manchen Zuhörer überraschte. Crimer wirkt beim ersten Hinhören etwas eigenartig, ist dabei aber völlig er selbst. Vielleicht ist dies das Geheimnis seines Erfolgs.
Auf den Newcomer folgte ein Hammer der Schweizer Musikszene. Waren am Vorabend vorwiegend jüngere Besucher anwesend, so stieg der Altersdurchschnitt am Samstag deutlich an. Der Grund dafür hiess definitiv Züri West. Die Band überzeugte durch eine gelungene Mischung aus neueren Songs in Kombination mit Klassikern. Dabei war auch Platz für Mani Matters «Dr Alpeflug». Spätestens bei Titeln wie «I schänke dir mis Härz» und «I ha di gärn gha» gab es in den ersten Reihen kein Halten mehr. Die Menge war völlig im Bann der Musik und von Leadsänger Kuno Lauener.

THE SOULS

Beeindruckt vom Züri-West-Sänger zeigte sich anschliessend auch Jay Messerli, Leadsänger der Band The Souls. Er meinte: «Ich habe gerade Kuno Lauener kennengelernt. Er ist definitiv eine der geilsten Socken in der Schweizer Musik-Branche.» Danach folgte pure Stimm­gewalt. Die teils mehrstimmigen Passagen gingen unter die Haut und liessen kaum jemanden kalt – auch wenn die Temperatur in der Zwischenzeit deutlich abgekühlt hatte. Die Thuner sorgten für einen emotionalen Moment, als sie den Veranstalter Reto Grossen als Vorbild bezeichneten. Es sei ein Privileg, dass in Frutigen noch die Musik im Zentrum stehe und anstelle von prominenten Sponsoren Helfer in die Bresche springen würden. Zum Dank widmeten sie Reto und seinem Team den Song «Imagine» der Beatles. The Souls pflegen eine lange Freundschaft mit dem Kulturverein, so kam die Band bereits zu Beginn des neuen Albums nach Frutigen, um die Songs zu komponieren. Der Schluss des Konzerts markierte ebenfalls den Tour­abschluss von The Souls. Die Band gab bekannt, dass sie sich nun eine Weile zurückziehen werde. Wir sind gespannt wie es weiter geht!

SONNTAG

Am Sonntag begann das Festival bereits um die Mittagszeit. Es war ein Kommen und Gehen, und die Stimmung war sehr familiär. Vor Ort fanden sich hauptsächlich Frutiger und Heimweh-Frutiger ein. Fäbs startete musikalisch in den Tag. Auf das Duo folgte ein Quartett namens Beni & The Jets. Passend zur Nachmittagshitze unter der strahlenden Sonne spielten sie eine rockige und bluesige Wüstentrilogie in urchigem Frutigdütsch.
Viele Schüler der Oberstufenschule kamen vorbei, um ihren Musiklehrer Benjamin Meichtry zu hören. Dabei unterstützten sie ihn lautstark. Das dichtgepackte Programm hielt als nächstes Between a Moment bereit. Gitarrist Mario, der seinen letzten Auftritt mit der Band hatte, erhielt als Erinnerungs­geschenk eine pinke Gitarre von seinen Bandkameraden. Mit ihr spielte er den letzten Song.
Für viele dürfte die Reunion der Band Mild in Taste eines der Highlights des Wochenendes gewesen sein. Für das Kander-Kultur Festival fand die Truppe rund um Stef Imobersteg wieder zusammen. Zur Unterstützung von Kander Kultur hatte die Band 16 Jahre alte CDs ausgegraben und verkaufte sie an einem Stand.
Weitere klingende Namen am Sonntagnachmittag lauteten The Two Romans und Nils Burri. Nach dieser geballten Ladung Frutiger Musik folgte zum Abschluss des Festivals ein sanft ausklingendes Konzert mit dem Kalifornier Tom Freund, welcher mit einer hochkarätigen Band das erste Konzert des neuen Albums „East of Lincolin“ hinlegte.
Passend zum gelungenen Wochenende zeigte sich das Wetter nochmals von seiner besten Seite und bescherte den Zuhörern, die bis zum Schluss durchhielten, eine wunderschöne Abendstimmung. Einen besseren Abschluss hätte man sich kaum wünschen können.

BISCH DRBI?

Das Festival stand im Zeichen einer Frage: «Bisch drbi?» Es ging darum, für den Neustart des Vereins Kander Kultur Sympathisanten zu finden.

Der Verein wird im Jahr 2019 neu lanciert und wir würden uns freuen auch dich für uns zu gewinnen!

TEXT: BENJAMIN HOCHULI (FRUTIGLÄNDER)
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SERAINA KURT

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ANFAHRT

Das Festival befindet sich an idealer Lage. Wir empfehlen die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab dem Bahnhof Frutigen kann das Festivalgelände innert 5min. Fussmarsch oder 1min. Busfahrt erreicht werden. Für Anreisende mit dem Auto steht ein Parkdienst zur Verfügung.

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